23.02.2012
Standort: Zu Besuch bei Herbert und Yati, Jakarta, Java, Indonesien
Standort SABA: Unterwegs von Kapstadt auf die Kapverdischen Inseln.
Herbert nimmt uns nochmals mit in den Norden der Stadt in den alten (Segel-)Hafen zu den Frachtenseglern sowie zum alten holländischen Rathaus aus dem 17. Jahrhundert.
Schon die Fahrt dorthin ist ein Abenteuer. Kurz vor dem Hafen hört die moderne Stadtbebauung auf und wir fahren durch ein ursprüngliches Gewerbegebiet mit einer Unmenge kleinster Shops und Werkstätten sowie dahinter liegenden einfachsten Häusern bzw. Slums. Hier gibt es alles, von Baumaterialien wie Kies, Steinen, Zement, Holz über jede Menge Metallverarbeitungsbetrieben, wo barfuss in Shorts auf der Straße geschweisst wird bis zum Computerreparaturladen. Dazwischen hat es immer wieder jede Menge Essstände.
Im alten Segelhafen fühlen wir uns mindestens 100 Jahr zurückversetzt. Zwar haben alle immer noch hölzernen Frachtsegler mittlerweile einen Motorantrieb, aber ansonsten ist alles wie anno dazumals. Die Lasten werden fast ausschließlich über schmale Holzplanken händisch an Bord getragen und abenteuerlich an Deck gestaut. Es ist heiss ohne Ende, die Luft eingetrübt durch den Zementstaub der Ladungen und die Arbeitsbedingungen der Ladearbeiter unmenschlich. Aber es wäre nicht Indonesien, wenn diese Leute nicht lachen und eine unglaubliche Zufriedenheit ausstrahlen würden. Jeder spricht uns an, packt sein englisches “Hello Mister” aus und will fotografiert werden. Natürlich ziehen unsere beiden Mädchen zusätzlich jede Aufmerksamkeit auf uns Besucher.
Irgendwann flüchten wir zurück Auto mit Aircondition und fahren zum historischen Rathaus, wo wir zuerst einmal von einer Horde Schulmädchen interviewt werden. Sie sind begeistert, nehmen alles mit ihren Handys auf und stören sich nicht im geringsten daran, dass ihre Fragen auf englisch nicht zu verstehen sind und wir deshalb irgendetwas antworten. Wir machen einen kurzen Halt zum Mittagessen in einem historisch gestalteten Restaurant. Danach besuchen wir das Rathaus mit einer bunt gemischten Ausstellung über Jakarta’s frühe Geschichte bis zu den Portugiesen und Holländern.
Der Weg nach Hause dauert wieder, auch heute ist der Verkehr ein Albtraum und wir sind erst am späten Nachmittag zurück. Die Mädchen und ich bleiben zu Hause, während Herbert und Silke nochmals in den Supermarkt losziehen.
Abends heisst es frühe Bettruhe, da wir morgen schon um 6 Uhr Richtung Südküste fürs Wochenende aufbrechen.
Ladearbeiter im alten Hafen.












